Herzlichen Glückwunsch an Henri B. Kagan und Kenso Soai, die für ihre bahnbrechenden Entdeckungen zu nichtlinearen Effekten und zur Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese mit dem Chemie-Nobelpreis 2026 ausgezeichnet wurden. Enantiomere sind nicht deckungsgleiche, spiegelbildliche Formen chiraler Moleküle. In achiralen Umgebungen weisen sie weitgehend identische physikochemische Eigenschaften auf, können jedoch mit biologischen Systemen unterschiedlich interagieren.
Die Kontrolle der Enantioselektivität ist daher von entscheidender Bedeutung für die asymmetrische Synthese, insbesondere bei der Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe (APIs). Kagan zeigte, dass der Enantiomerenüberschuss (ee) eines Reaktionsprodukts nicht zwangsläufig linear vom ee des eingesetzten chiralen Katalysators abhängt. Soai demonstrierte die asymmetrische Autokatalyse, bei der ein chirales Reaktionsprodukt seine eigene Bildung katalysiert und dadurch ein zunächst geringes Enantiomerenungleichgewicht verstärkt. Gemeinsam haben diese Entdeckungen unser Verständnis der chiralen Verstärkung und möglicher chemischer Wege zur molekularen Homochiralität wesentlich erweitert.
Eine historische Verbindung zu Alfred Werner
Für SCHMIDT + HAENSCH hat der diesjährige Nobelpreis eine ganz besondere Verbindung zu unserer wissenschaftlichen Geschichte. Ein bemerkenswertes Kapitel reicht bis ins Jahr 1905 zurück, als ein Kreispolarimeter von SCHMIDT + HAENSCH bei den Forschungsarbeiten von Alfred Werner zu Koordinationsverbindungen und optischer Isomerie zum Einsatz kam. Werner erhielt 1913 den Nobelpreis für Chemie für seine wegweisenden Beiträge zur Koordinationschemie. Unsere Verbindung zur wissenschaftlichen Forschung reicht weit über diesen historischen Meilenstein hinaus: SCHMIDT + HAENSCH wurde bereits mehr als 17.000 Mal in wissenschaftlichen Publikationen erwähnt.
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Die Bedeutung der Polarimetrie in der pharmazeutischen Qualitätskontrolle
Die Charakterisierung chiraler Substanzen ist nach wie vor von zentraler Bedeutung für die pharmazeutische Forschung und Qualitätskontrolle. Während die asymmetrische Synthese die bevorzugte Bildung bestimmter Enantiomere ermöglicht, sind analytische Verfahren erforderlich, um zu überprüfen, ob die resultierenden Verbindungen die festgelegten Spezifikationen erfüllen.
Die Polarimetrie misst die optische Drehung (α) optisch aktiver Substanzen. Die spezifische Drehung [α], die aus der gemessenen optischen Drehung, der Konzentration und der optischen Weglänge unter definierten Bedingungen hinsichtlich Wellenlänge, Temperatur und Lösungsmittel berechnet wird, ist ein wichtiger Parameter für die Identifizierung von Substanzen und die Qualitätskontrolle. Unter validierten Bedingungen können polarimetrische Messungen bei geeigneten, gut charakterisierten Proben auch zur Beurteilung der Enantiomerenzusammensetzung beitragen.
Unsere VariPol-Polarimeter verbinden heute hochpräzise Messungen der optischen Drehung mit moderner Automatisierung und präziser Temperaturregelung und unterstützen damit anspruchsvolle Anwendungen in pharmazeutischen Laboren.
Entdecken Sie, wie SCHMIDT + HAENSCH Messungen der optischen Drehung in der pharmazeutischen Qualitätskontrolle, chemischen Analytik und wissenschaftlichen Forschung unterstützt:
- Bestimmung der Chiralität von Aminosäuren mittels Polarimetrie
- Zuverlässige Bestimmung des Dexibuprofen-Gehalts mittels Polarimetrie
- Kontrolle der Enantiomerenzusammensetzung von Ofloxacin mittels Polarimetrie
- Enantiomerenanalyse von Amphetamin mittels Polarimetrie
- Messung der optischen Drehung von Cannabidiol (CBD)
- Campherbestimmung mittels Polarimetrie in pharmazeutischen Produkten
Quellen
- American Chemical Society (2026). ACS President Comments on the 2026 Nobel Prize in Chemistry.
- Puchot, C., et al. (1986). Nonlinear Effects in Asymmetric Synthesis. Examples in Asymmetric Oxidations and Aldolization Reactions. Journal of the American Chemical Society, 108(9), 2353–2357.
- Soai, K., et al. (1995). Asymmetric Autocatalysis and Amplification of Enantiomeric Excess of a Chiral Molecule. Nature, 378, 767–768.
- United States Pharmacopeia. General Chapter <781> Optical Rotation.